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 Der Dreizylinder-EcoBoost-Motor ist für Ford ein Riesenerfolg – auch dank des Gespürs von Projektleiter Roland Ernst

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Die richtige Arbeitsatmosphäre hat großen Einfluss auf die Kreativität.

So gesehen hatte es Roland Ernst umso schwerer bei der Entwicklung des überaus effizienten Dreizylinder-EcoBoost-Motors. Denn sein eher nüchtern anmutendes Büro liegt inmitten des Ford-Entwicklungszentrums im äußersten Kölner Norden. Der schmucklose Gebäudekomplex gilt als „Think-Tank“ der Ford Werke, wo in Zusammenarbeit mit den Kollegen in Dunton (GB) eine der meist beachteten und ausgezeichneten Ford-Innovationen entwickelt wurde.

Das Besondere an dieser Entwicklung ist die Selbstständigkeit – und damit auch die ungewöhnlich weitgehende Unabhängigkeit vom US-Mutterkonzern –, mit der das Team um Roland Ernst an die Arbeit ging. „Als Ingenieur bekommt man nur selten die Gelegenheit, bei einem Projekt komplett bei Null anzufangen, besonders in einem Weltkonzern wie Ford“, so Roland Ernst, der bereits seit 1990 für Ford arbeitet. Der studierte Physiker hat seither die verschiedensten Projekte im Bereich Powertrain verantwortet – vom V8-Diesel bis hin zum kleinen EcoBoost-Dreizylinder: Von vornherein war man auf der Suche nach einem möglichst effektiven Downsizingmotor am unteren Ende der Leistungsskala, die aber ein möglichst breites Spektrum abdecken sollte: vom Fiesta bis hin zum Mondeo (ab 2014).
 
DER FORD-DREIZYLINDER GEHÖRT ZU DEN BESTEN
Ach ja, und so ganz nebenbei sollte das Aggregat zum Besten auf dem Markt gehören – und dies gleich in mehrfacher Hinsicht: Verbrauch, Laufkultur, Leistungs-Charakteristik, Kosten. „In der Tat haben wir uns beim 1.0 EcoBoost mächtig ins Zeug gelegt und in vielen Details um die beste aller Lösungen gerungen“, bemerkt Roland Ernst auf seine eher bescheidene Art, weist dabei aber umso beherzter auf die Details des Dreizylinder hin, wie zum Beispiel das effektive Kühlsystem oder die geregelte Ölpumpe – Dinge, die im breiten Massensegment längst nicht selbstverständlich sind, aber zur Effizienz und zum niedrigen Schadstoffausstoß beitragen. Doch das sind nicht die einzigen Gründe für die steile Karriere, die der nur 1,0 Liter große und bis zu 125 PS starke Dreizylinder-EcoBoost gerade hinlegt.
 
Bereits in fünf Modellreihen wird der Dreizylinder eingesetzt, und es werden noch mehr. Sogar der stattliche Mondeo-Nachfolger wird ab 2014 vom hauptsächlich in Köln gebauten Dreizylinder angetrieben. Welches Potenzial in dem kleinen Kraftpaket steckt, demonstriert indes ein Einzelstück: der 205 PS starke Formel-Renner mit Straßenzulassung, der bis zu 256 km/h erreicht. Dass Roland Ernst und seine Mannschaft mit dem EcoBoost-Serien-Dreizylinder genau ins Schwarze getroffen haben, wird in zahlreichen Tests  aber auch durch die nüchternen Daten bestätigt. Kaum ein Dreizylinder läuft so kultiviert, kraftvoll und effizient wie dieser Ford. Dazu zeigt uns Roland Ernst noch ein paar Charts, die besonders auf den reibungsarmen Lauf aller mechanischen Komponenten sowie den thermodynamisch kerngesunden und schadstoffarmen Verbrennungsablauf hinweisen. „Turbo läuft, Turbo säuft“, sagte man bisher gern und meinte damit vor allem die Anfettung des Luft-Kraftstoffgemischs einzig und allein zur Kühlung unter hoher Last und Drehzahl. Solche und andere spritfressende Unarten hat Roland Ernst von Beginn an unterbunden und ist offenkundig stolz auf „seinen“ Dreizylinder – zu Recht.
 
Jürgen Voigt
 

  

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03.11.2013 00:00