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​Marie-Christine Blaß und Dimitrios Parapanis
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 „Eine Idee weiter“ in der Berufsausbildung

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KÖLN - Mit dem nahenden Ende der Sommerferien beginnt für viele Schulabgänger die „heiße Phase“ im Bewerbungsprozess um einen Ausbildungsplatz.
 
Bei den Ford-Werken in Köln, einem der größten und begehrtesten Arbeitgeber der Region, nehmen jedes Jahr 213 junge Menschen ihre Ausbildung auf. Die Bewerber können zwischen 13 verschiedenen Ausbildungsberufen wählen, darunter die klassischen technischen Berufe wie Elektroniker für Betriebstechnik, Industrie-, Fertigungs-, Zerspanungs-, Werkzeug-, Verfahrens-, Kraftfahrzeug - oder Konstruktionsmechaniker oder die Fachkraft für Lagerlogistik. Daneben werden auch gewerbliche (Fachkraft im Gastgewerbe) und nicht-technische Berufe wie Industriekaufmann oder Kaufmann für Versicherung und Finanzen angeboten. Ergänzt wird das Angebot um drei duale Studiengänge, genannt do2technik oder do2business.
 
Seit September 2003 können Abiturienten zwischen zwei technischen dualen Studiengängen wählen: Ausbildung zum Industriemechaniker in Kombination mit einem Maschinenbau-Studium oder Elektroniker für Betriebstechnik in Kombination mit einem Studium der Elektrotechnik. Mit dem Ausbildungsjahr 2007 startete parallel zusätzlich die duale Ausbildung zum Industriekaufmann kombiniert mit einem Studium der Betriebswirtschaft.
 
 
 
Microsoft Silverlight beziehenEine Idee weiter in der Berufsausbildung
 
Wie erfolgreich die Ausbildung bei Ford ist, belegen eindrucksvoll diese Zahlen: Stolze 51,8 Prozent (2013), also über die Hälfte aller Auszubildenden,verkürzen aufgrund guter und sehr guter Leistungen ihre Ausbildung.
 
Zu ihnen gehört Madlin Gonther. Die 22-Jährige hat im August 2013 ihre Prüfung zur Kraftfahrzeugmechatronikerin ein Jahr vorzeitig abgelegt und den besten Abschluss ihres Ausbildungsjahrgangs gemacht. Inzwischen arbeitet sie als Jungfacharbeiterin in der Fiesta-Produktion in Niehl.
 
„Für mich war vor allem interessant, dass ich einen technischen Beruf erlernen wollte“, erzählt sie. „Und weil ich beschlossen habe, ich möchte nicht auf einer Stelle stehen bleiben, sondern mich im Laufe meines Berufslebens auch weiterentwickeln, wollte ich gerne in ein großes Werk, und Ford bietet sehr gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Deshalb war mir relativ schnell klar, dass ich von Berlin nach Köln ziehen möchte.“
 
Ihr großes Interesse an der Materie und an persönlicher Weiterentwicklung, so sagt Madlin Gonther, lieferte den entscheidenden Antrieb dafür, die Ausbildung ein Jahr früher zu beenden. „Man muss offen auf neue Themen zugehen. Sicherlich sind auch meine Ausbilder nicht ganz unschuldig daran, denn sie haben uns immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Auch die Kollegen, mit denen ich zusammen gelernt habe, haben einem immer geholfen, man hat sich beim Lernen gegenseitig geholfen, Schwächen ausgeglichen und Stärken genutzt. Das ist auch etwas, was einen motiviert und angespornt hat.“
 
Und jetzt? Welche Pläne hat die ehrgeizige Jungfacharbeiterin?
„Ich möchte studieren – Wirtschaftsingenieurwesen, neben der Arbeit. Und danach, wenn ich es schaffe und wenn ich entsprechend gut genug bin, würde ich gerne in die Entwicklung und Produktion von neuen Autos gehen.“
 
Auch Dimitrios Parapanis hat sich neben einer erfolgreichen Ausbildung bei Ford einen Studienabschluss als längerfristiges Ziel gesetzt. Der 23-Jährige ist im 2. Ausbildungsjahr zum Konstruktionsmechaniker, hat bereits ein Maschinenbau-Studium aufgenommen und wird seine Prüfung ebenfalls ein Jahr früher ablegen.
„Das ist meine persönliche Herausforderung – ein bisschen Zeit sparen und nebenher das Studium beginnen“, sagt er.

Ein Praktikum bei Ford in Merkenich weckte sein Interesse für das Unternehmen und das Ausbildungsangebot. Für die Zukunft erhofft er sich vom Arbeitgeber weitere Unterstützung bei der Umsetzung seines Studiums und dann „natürlich eine Ingenieurstelle bei Ford“.
 
Dass die technischen Ausbildungsberufe längst keine Männerdomäne mehr sind, zeigt der stetig steigende Anteil weiblicher Bewerber.
Marie-Christine Blaß, Konstruktionsmechanikerin im 1. Ausbildungsjahr, zog für die Ausbildung bei Ford von Saarbrücken nach Köln um. Mit zwei weiteren jungen Frauen stellt sie in ihrem Jahrgang die Hälfte der sechs angehenden Konstruktionsmechaniker. Das Vorurteil vom typischen Männerberuf lässt sie nicht mehr gelten: „Nein, also bei uns hier bei Ford ist das eigentlich gar kein Thema mehr. Die Frauen werden genauso integriert wie die Männer. Es wird gleich aufgeteilt, es wird niemand bevorzugt.“ 
 
Ausbilder Konrad Klutzny und Cordula Bendel, Ford Aus- und Weiterbildung
Als Ford 1999 das Projekt „FiT-Frauen in technischen Berufen“ startete, lag der Frauenanteil in der technischen Berufsausbildung noch bei knapp 12 Prozent. In den letzten 15 Jahren konnte dieser dank vielfältiger Initiativen auf knapp 20 Prozent gesteigert werden. Verglichen mit dieser positiven Entwicklung bei Ford, liegt der Durchschnitt industrieweit bei den vergleichbaren gewerblich-technischen Berufen immer noch bei maximal fünf Prozent.
 
„Gerade in der technischen Berufsausbildung sind wir stolz, dass wir dieses Jahr 19 Prozent Mädchen haben“, berichtet Cordula Bendel, die sich innerhalb der Ford Berufsausbildung um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. „Im Durchschnitt kann man sagen, liegen wir bei circa 18 Prozent und das ist deutlich über dem Bundesdurchschnitt.“

Bereits seit 80 Jahren bilden die Ford-Werke in Köln aus. Seit 1934 der erste Lehrling seine Ausbildung zum Werkzeugmacher aufnahm, durchliefen über 15.400 Auszubildende ihre Lehrzeit bei dem Automobilhersteller, seit 1969 auch am Standort Saarlouis.

  

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25.08.2014 00:00